Rückblick 2000

Der Ursprung des Festival des Arcs liegt im Ehrendinger Dorffest, das im Jahr 2000 begangen wurde. Vereine und Parteien wurden eingeladen, Attraktionen, Spielstände, Gastronomie und Tanzdielen zu organisieren. Die Sozialdemokratische Partei Ehrendingen-Freienwil wollte programmatisch und musikalisch einen Kontrapunkt setzen und konzipierte eine Openair-Bühne, an welcher das Musikschulensemble und junge Bands aus der Region auftreten sollten.

Auf dem Programm rangierten «Not Guilty», «Pablodali», «Disagreement» und «The Rock». «Annunciation», die später zusammen mit «Not Guilty» und «Pablodali» eine tragende Rolle am Festival spielen sollten, mussten ferienhalber absagen.

Mit Hotdogs, Grissini, Chips, Flûtes, Bier und einem überschaubaren Angebot an Süssgetränken war das Verpflegungsangebot zwar eher karg aber durchaus funktional aufgestellt. Die Platzgestaltung stand ganz im Zeichen der Sozialdemokratie: SP-Fahnen und rote Stoffbahnen, ergänzt um einige Lichterketten, bildeten den visuellen Rahmen. Eine Bühne aus Schalungsträgern, Baugerüsten und Schalltafeln, überdacht durch das Festzelt der Ehrendinger Jubla und einige Festgarnituren genügten als bauliche Massnahmen. Der Präsident der SP borgte sich bei befreundeten Musikern eine Soundanlage; die Musiker halfen mit, diese auf einem entlegenen Bauernhof abzuholen und aufzubauen. Daniel Bürgin, der damals mit «Not Guilty» auf der Bühne stand, erinnert sich an die Aktion und meint, dass er damit den Beginn einer Herzensangelegenheit verbindet. Die SP sei locker mit den jungen Musikern umgegangen und habe ihnen totale Freiheit gelassen. Mit «Not Guilty» seien sie eine Stunde lang auf der Bühne gestanden und hätten leicht berauscht Freistil geübt. Danach erst seien dann Pablodali mit «richtigen» Liedern aufgetreten.

Die Sozialdemokratische Partei der drei politischen Gemeinden Oberehrendingen, Unterehrendingen und Freienwil zählte etwa 10 Mitglieder. Drei davon – ein Genosse pro Dorf – engagierten sich für die Ehrendinger Openair-Bühne: Markus Böckli aus Unterehrendingen, Claudio Eckmann aus Oberehrendingen und Christoph Müller aus Freienwil. Auf der Bühne der Sozialdemokraten wiederum standen überwiegend junge Bands, welche in ihren Texten sozialkritische Themen aufwarfen und sich politisch links positionierten. Damit wurde nicht nur eine musikalische Alternative zu dem das Dorffest prägenden Ländler-, Schlager- und Hitparadensound geboten – sondern auch ein ideelles und soziokulturelles Kontrastprogramm bereitgestellt.

Witzig zu wissen: Gerechnet wurde mit Kosten von 500 CHF für das Zelt und 200 CHF für die Lichttechnik. Die SP schoss die Kosten für das Zelt und die Festwirtschaft vor, Claudio Eckmann stellte sein Baumaterial zur Verfügung, die Bands (die ja doch eingeladen wurden) mussten mit je 40 CHF die Kosten für das Licht vorschiessen. Im Protokoll vom 5. Juni 2000 heisst es: «Nach dem Fest erstellt die SP eine Abrechnung der Festwirtschaft. Ergibt sich ein Defizit, verbleiben die Kosten wie oben. Ergibt sich ein Gewinn, werden zuerst die Kosten bezahlt, dann wird der Gewinn zu gleichen Teilen verteilt.»

Programm: Not Guilty; Pablodali; Disagreement; The Rock; MS Musikschulensemble