Rückblick 2002

Das dritte Ehrendinger Openair lief nun unter dem Namen «Festival des Arcs». Als Inspiration dazu diente der angebliche Ausruf eines französischen Geologen beim Anblick der Gips-Mergel-Falte im Kern des Lägern-Gewölbes: «Un arc-en-ciel pétrifié!» Überliefert ist der Ausspruch allerdings ohne Quellenangaben in der 1990 erschienenen Ehrendinger Dorfchronik «Oberehrendingen, Unterehrendingen». Wie dem auch sei. Mit der Bezugnahme auf den «versteinerten Regenbogen» wurde der Stellenwert des Festivalgeländes hervorgehoben, idyllisch eingebettet zwischen Naturschutzgebiet Gipsgrube am Rand der Lägern, Gipsgrubengenossenschaft, Bach und kleinen Hügeln. Dass es ein Aussenstehender war, der die Schönheit der Gipsgrube erkannte und poetisch in Worte fasste, mag bei der Namenswahl ebenso mitgespielt haben.

Zwei der drei Sozialdemokraten, Claudio Eckmann und Markus Böckli, halfen nach wie vor aktiv mit, das Festival zu organisieren; zusammen mit Michael Sinelli, Fabian Würth, Marc Pfändler, Jürg Suter, Dani Meier, Andreas Fischer, Tobias Doppler und Matthias Frei, überwiegend Bandmitglieder von Annunciation, Pablodali und Not Guilty. Mit Jeremy Groves, der als Tontechniker beim Schweizer Radio DRS arbeitete, konnte ein kompetenter Tontechniker für das Festival gewonnen werden. 25 Personen (9 im OK und 16 Helfer*innen) haben gereicht, um das Openair über die Bühne zu bringen. Für diese wird ab 2002 (mit steigenden Zahlen) jeweils ein Helfer*innenfest organisiert.

Das Festival des Arcs wurde nach wie vor als eintägiges Openair durchgeführt, bot aber bereits ein Programm von sechs Bands und DJs. Aus Blachen der Jubla Ehrendingen wurde erstmals ein Chaï-Zelt errichtet. Gegen die Bachseite wurde eine grosszügige Bar konstruiert, auf der gegenüberliegenden Platzseite ein Food-Pavillon aufgestellt und dem Publikum vor der Bühne mehr Platz zum Tanzen eingeräumt. Das Mischpult stand nach wie vor ungeschützt im Freien. Wettertechnisch passte das aber durchaus. Riz Careem, der Wirt und Koch der Ehrendinger Curry-Beiz «Schlüssel», sorgte für die Verpflegung. Probleme gab’s beim Getränkelieferanten, der nicht genügend Nachschub nachliefern konnte.

Unter dem Titel «Kein schöner Open-Air-Land» zog ein Journalist der Aargauer Zeitung als Fazit: «Das ‹festival des arcs› steuert auf regionale Bedeutung zu. […] die [sic] Aussicht für die kleine Event-Perle, einmal in der ganzen Region Bedeutung zu erlangen, sind keine Grenzen gesetzt. Die Voraussetzungen sind nahezu ideal: Eine kleine Zeltbühne, wo die Wälder des Gipsbachtälis in Wiesengrund münden, leichte Hanglage, umgeben von Baumwipfeln und (diesmal) einem klaren Sternenhimmel bei sommerlichen Temperaturen. […] Mit einem Stand auf Platz ist auch die Curry-Beiz Schlüssel vertreten, deren Düfte das Ihre zum speziellen Ambiente beitragen.»

Verbesserungspotenzial machte der Journalist jedoch bei der Bandauswahl und der Tontechnik aus: «Die musikalische Qualität – falls diese an einem solchen Anlass fürs Publikum überhaupt wichtig ist – war ebenso heterogen [wie die versammelten Musikstile]. Grossen Anteil am trockenen, eher oberflächlichen Sound hatte wohl die Technik. Grundsätzlich hat diese den Umständen zwar genügt. Etwelche finanzielle Überschüsse fürs nächste Jahr wären dennoch gut in eine leistungsfähigere Anlage mit mehr Surround-Volumen investiert. Immerhin geht es um Rockbands.»

Programm: DNS; Not Guilty; Pämpsrämpel; Pablodali; Annunciation; Suddenly Plastic; DJ’s Pippo und Spruzzi

 

Medienberichte

Aargauer Zeitung Kein schöner Open-Air-Land